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Iran in Bewegung

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News vom 30.01.2026

INTERACT conversations #14: Iran in Bewegung

19 February 2026, 18:00 – 20:00

PANEL DISKUSSION (hybrid)

Iran erlebt seit Jahresbeginn eine neue Welle großflächiger Proteste, ausgelöst durch eine Verdichtung sozio-ökonomischer Krisen, politischer Enttäuschungen und generationaler Brüche. Zugleich reagiert das Regime mit extremer physischer Repression: Sicherheitskräfte gehen mit tödlicher Gewalt gegen Demonstrierende vor, Massenverhaftungen und Eilverfahren sollen abschrecken, und Informationsflüsse wurden nahezu vollständig unterbrochen. An dieser kritischen Wegscheide stellt sich die Frage nicht nur nach den unmittelbaren Auslösern der Mobilisierung, sondern auch nach ihren längerfristigen Effekten, ihren transnationalen Resonanzen und ihren geopolitischen Nebenfolgen.

Unser Panel bringt drei Perspektiven zusammen, die diese Dynamik in ihrer Breite erfassen. Dr. Tareq Sydiq rekonstruiert die Treiber der Proteste und fragt nach ihren sozialen und politischen Effekten: Welche Konfliktlinien strukturieren die Mobilisierung, welche Rolle spielen Generation, Marginalisierung und Räume des Protests, und wie verändern Gewalt und Repression die Handlungsfähigkeit von Bewegungen. Prof. Dr. Naika Foroutan richtet den Blick auf die Verflechtung von Mobilisierung in Iran und Diaspora und darauf, wie Exilnetzwerke Aufmerksamkeit, Ressourcen und Deutungen bündeln, und wo die Chancen und Grenzen diasporischer Einflussnahme liegen. Dr. Azadeh Zamirirad schließlich ordnet die Proteste in die regionalen und internationalen Machtkonstellationen ein. Im Fokus stehen die geopolitischen Implikationen einer anhaltenden innenpolitischen Krise, Wechselwirkungen mit Irans Außen- und Sicherheitspolitik sowie die Bedeutung des Nuklearprogramms in einer Situation erhöhter Unsicherheit.

Gemeinsam möchten wir letztlich eruieren, was die aktuellen Massenproteste über den Zustand der Islamischen Republik aussagen, welche Szenarien sich aus der Verbindung von Mobilisierung und Repression ergeben, und wie sehr die Zukunft Irans inner- wie auch außerhalb seiner Grenzen verhandelt wird.

Ort:

Freie Universität Berlin
Silberlaube (Erdgeschoss) - Seminarzentrum

Hörsaal L113
Otto-von-Simson-Str. 26 
14195 Berlin-Dahlem

Online unter: https://fu-berlin.webex.com/fu-berlin/j.php?MTID=mc4f93cf6fc52f929b40499fe9b60acb2

ÜBER DIE SPEAKER:

Dr. Tareq Sydiq ist Protestforscher am Zentrum für Konfliktforschung der Universität Marburg. Dort leitet er das „AFPRO“ Projekt zu Protesten in Afghanistan und koordiniert das BMBF-Projekt "Postcolonial Hierarchies in Peace & Conflict". Er hat zur iranischen Innenpolitik promoviert und beschäftigt sich weltweit mit Protestbewegungen, unter anderem im Iran, in Japan, Pakistan und England. Sein Buch „Die neue Protestkultur“ in 2024 im Hanser Verlag erschienen.

Prof. Dr. Naika Foroutan ist Professorin für Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik, Gründungsmitglied des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) und Leiterin sowie Gründungsvorstand des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM). Zu ihren Schwerpunkten gehören Migration und Integration, Islam- und Muslimbilder in Deutschland, Identität und Hybridität sowie politischer Islam und gesellschaftliche Transformation von Einwanderungsländern. 2025 erhielt sie die Ehrendoktorwürde der Universität Lund und wurde mit der Caroline von Humboldt-Professur ausgezeichnet.

Dr. Azadeh Zamirirad ist stellvertretende Leiterin der Forschungsgruppe Naher und Mittlerer Osten und Afrika an der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin. Sie berät Bundesregierung, Bundestag und europäische Entscheidungsträger. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf autoritären Regimen und Elitedynamiken in Iran, Irans Außen- und Sicherheitspolitik, dem Nuklearprogramm sowie Irans strategischer Orientierung gegenüber dem Osten. Sie ist promovierte Politikwissenschaftlerin und war an der Universität Potsdam als Dozentin tätig.

Organization: Dr. Jannis Julien Grimm

 

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